Das Mehrgenerationenhaus B3 als Treffpunkt der Generationen

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Sprecher 1: Vorstand im Ehrenamt, aber sicher. Ein Podcast von SKF und SKM im Erzbistum Paderborn.

Marie-Luise Tigges: Hallo zusammen, mein Name ist Marie-Luise Tigges. Ich arbeite in der Diözesan-Geschäftsstelle in Paderborn für den Sozialdienst katholischer Frauen und Sozialdienst katholischer Männer. Und heute bin ich hier in Hörde, Dortmund-Hörde, um es genau zu sagen, beim Sozialdienst katholischer Frauen und möchte gerne ein paar Fragen stellen zum Mehrgenerationenhaus. Susanne Smolén, vielleicht können Sie sich kurz vorstellen und Michael Kebekus dann gleich hinterher.

Susanne Smolén: Ja, hallo. Mein Name ist Susanne Smolén. Ich bin hier die Geschäftsführerin seit gut 22 Jahren. Der SKF Hörde ist ein mittelgroßer Verband mit 30 Mitarbeitern, circa 60 Ehrenamtlichen, die alle ganz engagiert sind. Ja, und wir arbeiten in ganz verschiedenen Arbeitsbereichen, von der Schwangerschaft bis hin zur Seniorenarbeit sind alle Bereiche vorhanden.

Michael Kebekus: Ja, mein Name ist Michael Kebekus, ich bin Sozialarbeiter und seit 2011 im Soziales katholischer Frauen und im Mehrgenerationenhaus bin ich seit 2021.

Marie-Luise Tigges: Herr Kebekus, sagen Sie gleich was. Mehr Generationen. Was ist das denn eigentlich?

Michael Kebekus: Ja, das ist unser Begegnungsort hier in Dortmund-Hörde. Wir sind ein Veranstaltungsort, also das Mehrgenerationenhaus wird gerne verwechselt mit einem Haus, wo Menschen wohnen können über mehrere Generationen. Das ist nicht der Fall. Hier wohnt also keiner, sondern hier begegnen sich Menschen. Das ist unsere Hauptaufgabe. Ja, was machen wir hier? Wir sind ein Veranstaltungsort für die Menschen in der Nachbarschaft, im Sozialraum. Und wir machen Einzelveranstaltungen, haben Regelangebote, haben aber auch immer ein offenes Ohr für die Menschen, die mit einem Anliegen um die Ecke kommen oder die mal Hallo sagen wollen. Es geht da um... Alles oder jede Bedarfe, die es da so gibt, alle Menschen können zu uns kommen.

Marie-Luise Tigges: Mehr Generationen, da will ich mal gleich hinterherfragen. Wie alt sind denn die Leute? Von bis?

Michael Kebekus: Ja, die Jüngsten sind unsere Teilnehmer im Windelcafé. Die sind also dann per se unter einem Jahr alt. Und dann haben wir natürlich, wie alt sind denn die? Die Ältesten um die 80 auf jeden Fall.

Susanne Smolén: 90 hatten wir auch schon locker. 95 haben wir ja auch schon gefeiert. Also das ist schon alle Altersstufen quer durch.

Marie-Luise Tigges: Susanne Smoken, ich wollte gerade mal fragen, Sie heißen ja B3. Sagen Sie da mal was zu?

Susanne Smolén: Das B3 ist damals entstanden, als die... praktisch diese Räumlichkeiten frei wurden. Hier war vorher die Wohnungsgesellschaft, die GBS Wohnen drin. Und die hat uns die Räume dann angeboten, als sie neu aufgebaut haben. Und dann haben wir gesagt, wir möchten ein Haus mit Beratung, Begleitung und Begegnung. Und dafür steht es B3. Also es sagt auch keiner, hier ist das Mehrgenerationenhaus großartig oder hier ist der Sozialdienst katholischer Frauen. Die sagen alle, ich gehe ins B3 und jeder weiß eigentlich in Hörde und auch inzwischen in Dortmund, wo das ist. Vielleicht ergänzend zum Mehrgenerationenhaus nochmal zu sagen, wir sind eines von 550 bundesweit anerkannten Häuser vom Familienministerium. Das heißt, man musste sich darauf bewerben. Es gibt es auch nicht überall. Wir sind nicht mit jeder Begegnungsstätte vergleichbar, sondern wir haben dann schon die Qualitätsmerkmale, die müssen wir erfüllen. Die ändern sich auch zwischendurch immer mal, um an dem Bundesprogramm einfach daran teilhaben zu können. Und vielleicht in Ihrer Nachbarschaft kennen Sie auch bestimmt so ein Häuschen. Das ist so ein Puzzledreieck mit Gelb, Rot und Blau. Das ist das Mehrgenerationenhaus.

Marie-Luise Tigges: Ah, gesehen habe ich das schon mal, aber das war mir bis jetzt nicht klar, dass das das Erkennungszeichen quasi ist. Wie kommen denn die Menschen jetzt so hier hin? Also wie sprechen Sie die an?

Michael Kebekus: Ja, das ist unterschiedlich. Grundsätzlich haben wir immer eine offene Tür. Das heißt also, jeder, der ein Anliegen hat, kann grundsätzlich zu den Öffnungszeiten einfach erstmal zu uns kommen. So, wir haben immer hier Sozialarbeiter vor Ort. Dann haben wir natürlich aber auch verschiedene Veranstaltungen. Das sind unsere Regelangebote. Wir haben also Sport- und Yoga-Kurse. Wir haben wöchentliche Spieletreffs. Wir haben Digital-Kompass und verschiedene andere Angebote. Dazu können die Leute natürlich mit ihren Anliegen kommen. Oder wenn sie sagen, Mensch, ich habe aber immer Lust, Rubbelkopp zu spielen, dann kommen die zum Beispiel immer mittwochs zu uns. Das ist also kein Problem. Und dann machen wir aber auch noch Einzelaktionen. Das sind irgendwelche Nachbarschaftsfeste, das sind Aktivitäten, das sind mal ein Grill-Event, mal eine Kleidertauschparty oder sonst irgendwelche Sachen. Flohmärkte hatten wir mal. Genau, das heißt also, die Leute können ohne Anlass zu uns kommen. Die Leute können aber auch natürlich anlassbezogen zu uns kommen. Und wir freuen uns grundsätzlich über jeden, der zu uns kommt.

Susanne Smolén: Und damit werden wir auch natürlich bekannt. Über die Veranstaltungen werden wir natürlich auch bekannt. Es gibt immer einen Quartalsflyer, der überall ausliegt, den man mitnehmen kann. Ach, dann kann ich auch mal dahin gehen. Wir haben hier im Haus auch Beratungsangebote wie die Schuldnerberatung oder wie gesagt auch dann das Windelcafé oder der Digitalkompass. Dann gucken die Leute schon, was gibt es schon noch so. Dann kann ich ja da auch hingehen oder wo ich sie gerade sehe, meine Mutter wird so fleh. Ja, dann gehen Sie mal zur Seniorenbegleitung nach nebenan. Wir machen mal kurz. Also darüber werden wir viel, einfach werden wir bekannt. Und natürlich versuchen wir auch über die sozialen Medien alle Zielgruppen zu erreichen. Wir haben zwei Instagram-Kanäle, wir haben einen Facebook-Kanal und hoffen damit immer noch ein bisschen bekannter zu werden. Und wir sind vernetzt, logischerweise. Wir sind jetzt hier so alt eingesessen, den SKF-Hörde gibt es 125 Jahre. Und in der Beziehung sind wir so alt eingesessen und auch so gut vernetzt, dass einfach die Leute dann uns auch oder andere Beratungsstellen auch ihre Leute schicken.

Marie-Luise Tigges: Kann man eigentlich sagen, wie viele Leute so in der Woche oder im Monat hier so durchlaufen, sag ich mal, beziehungsweise einfach die Angebote annehmen?

Michael Kebekus: Ja, tatsächlich habe ich die Zahlen gerade nicht im Kopf, so spontan, aber pi mal Auge Ich meine, unsere Sportkurse sind ungefähr mit zehn Personen ausgebucht. Also ich denke mal.

Susanne Smolén: Also ich sage mal so 150 würde ich pro Woche sagen. 150 pro Woche mit allen zusammen. In Spitzenzeiten oder wenn Feste sind, dann haben wir auch schon mal 200. In den Ferien, wenn keine Programme sind, dann wird es auch ein bisschen weniger. Also wir gucken schon. Wir haben ja schräg gegenüber auch die Jugendfreizeitstätte, dass wir uns jetzt hier nicht gegenseitig Konkurrenz machen. Das ist uns auch immer ganz wichtig, sondern eher dann mal auch Veranstaltungen zusammen. In den Ferien finden dann halt einfach auch die Sportkurse nicht statt oder nur einzelne, dass wir mal sagen, damit es nicht ganz so lange ist, bleibt schön aktiv, kommt mal in den Sommerkurs rein.

Marie-Luise Tigges: Aber 150 ist ja echt schon mal eine Hausnummer. Und das ist natürlich der Vorteil hier bei Ihnen auch, dass Sie so viele verschiedene Angebote haben, von Beratungsangeboten bis hin zu Freizeitangeboten, auch in mehr Generationen aus. Das kann sich ja gegenseitig auch wunderbar beflügeln oder kann sich gegenseitig einfach auch unterstützen. Denn Menschen haben ja viele Bedarfe, von Freizeitbedarfen über Beratungsbedarfe. Und wenn Sie hier so alles aus einer Hand quasi haben, ist das natürlich eine super Sache. Ich habe vorhin... Hat Herr Kebekus, ich glaube, Sie haben am Rande erwähnt, Kleidertauschparty. Das klingt spannend. Können Sie da mal ein bisschen näher was zu erzählen?

Michael Kebekus: Ja, das ist ein Angebot, das die Young Caritas in Dortmund an verschiedenen Standorten durchführt. Und bei uns im Mehrgenerationenhaus haben wir das jetzt mehrfach durchgeführt gehabt. Die Kleidertauschparty funktioniert eigentlich wie eine Art Flohmarkt bezüglich Kleidung. Die Leute können ihre eigene Kleidung, die sie nicht mehr brauchen, mitbringen. Das haben wir teilweise limitiert auf zehn Stück pro Nase, weil es sonst sehr, sehr viel wird. Ein Kleidungsstück mindestens abgegeben hat und maximal zehn, dann kann man an dieser Kleidertauschparty teilnehmen. Das heißt, man kann durch die Reihen gehen. Wir haben hier viele Ehrenamtliche, die dann diese Kleidung nehmen, einmal kurz sichten, auf Bügel hängen und dann nach Größe oder nach Art sortieren. Und dann können die Leute sich einfach bedienen und Sachen mitnehmen.

Marie-Luise Tigges: Da könnte ich mir doch vorstellen, dass das, also es ist ja sowieso eine sehr nachhaltige Geschichte und das ist in heutiger Zeit ja nun mehr als wichtig. Wer nimmt das denn an? Welche Generation, um mal das ganz praktisch zu fragen?

Michael Kebekus: Die haben es viele. Also es ist wirklich spannend. Es sind Leute aus der Nachbarschaft, es sind aber auch Leute, die dann tatsächlich aus Essen und aus Bochum anreisen und sagen, wir reisen so in diesen Kleidertauschpartys bundesweit quasi hinterher. Also super interessant. Also man lernt neue Leute kennen, aber auch natürlich sehr viele unserer Stammkunden, die hierhin kommen, die sind natürlich auch immer dankbar für neue Angebote und nehmen das sehr gerne an.

Marie-Luise Tigges: Und altersmäßig?

Michael Kebekus: Alles. Also auch Mütter mit Kindern. Wir haben keine Kinderkleidung gemacht, das haben wir ganz bewusst ausgeklammert. Aber Mütter mit Kindern waren da genauso da wie Senioren.

Marie-Luise Tigges: Da ist wirklich mehr Generationen im wahrsten Sinne des Wortes.

Susanne Smolén: Man muss es sagen, diese Kleidertauschparty ist auch ein fester Begriff. Ähnlich wie unser Repair-Café ist auch ein fester Begriff. Die haben eigene Bundesseiten, wo man dann nach Postleitzahlen sortieren kann oder nach Terminen, wo ist der nächste Termin. Es gibt tatsächlich welche, die reisen dann von dann nach dann da, wo es gerade passt.

Marie-Luise Tigges: Repair-Café. Sagen Sie doch mal drei. Sätze zu?

Susanne Smolén: Ja, unser Repair-Café haben wir acht inzwischen, sieben oder acht hoch engagierte ältere Herren, denen zu langweilig war, zu Hause zu reparieren. Und die reparieren jetzt hier alles bis auf PCs und Handys. Ja, und es ist eigentlich, man kommt hier hin. Man bringt seine Sache vorbei, muss in der Regel dabei bleiben und dann reparieren die Männer das zusammen. Einfach tauschen sich auch aus. Wir haben einen, der ist Spezialist für Kaffeemaschinen. Wir haben einen, der macht gerne Spieluhren. Zweimal im Jahr machen wir auch Fahrradreparatur, zu Frühjahr und zum Herbst, damit es wieder aktiv, so die Räder wieder werden. Das machen die auch. Die haben einfach Spaß, die reparieren uns hier alles, das ist total gut.

Marie-Luise Tigges: Aber da kann ich mir ja wirklich gut vorstellen, neben der Nachhaltigkeit, die da natürlich auch wieder eine große Rolle spielt. Ich könnte mir denken, wenn Sie gerade sagen, ältere Herren, das sind ja oft Menschen, die aus dem vollen Berufsleben irgendwann kommen, eine Menge gelernt haben. Und können da tatsächlich ihr Wissen und ihr Können nochmal so richtig zeigen auch, oder? Und anderen helfen, oder?

Susanne Smolén: Ja, also das ist schon toll. Das ist also wirklich, klar übernehmen wir keine Haftung. Auch da gibt es wieder Vordrucke und Co. Alles für. Aber es ist wirklich so, wenn die ältere Dame dann ihr Köfferchen, was sie schon seit 40 Jahren hat, dann doch nochmal repariert bekommt, das Schloss, dann ist die einfach glücklich. Und die Herren, das ist dann einfach, das ist im Ehrenamt so. Wenn ich ein Stück eine Dankbarkeit oder die Freude sehe, egal ob ich mit Kindern arbeite oder mit anderen, dann fühlt man sich ja auch selber gut und das funktioniert. Und außerdem kommen unsere Herren auch ganz speziell wegen unserer Ehrenamtlichen, weil die nur bei den Treffen von den Ehrenamtlichen zwei Kuchen mitbringt. Und die sind, oder Torten, die stiftet die, die backt die und stiftet die und kommt dann, dass die Besucher, während sie zum Beispiel warten in der Warteschlange, gibt es dann Kaffee und Kuchen hier und das ist halt heiß begehrt.

Marie-Luise Tigges: Das ist ja Win-Win-Win. Das ist super. Das klingt ja richtig gut. Sehr schön. Sie haben gerade ehrenamtlich gesagt, Frau Smolén, und Sie haben vorhin mal erwähnt, dass Sie hier wahnsinnig viele Ehrenamtliche haben. Also ich könnte mir vorstellen, so Repair-Café und so weiter sind natürlich viele Ehrenamtliche aktiv. Haben Sie noch so andere Bereiche, wo Sie so sagen, ach da haben wir welche, da haben wir welche? Wie ergibt sich das auch mit dem Ehrenamt?

Susanne Smolén: Also ich glaube, das Ehrenamt ist ja eine urtypische von Vereinen. Also wir haben einen ehrenamtlichen Vorstand und der ist hoch engagiert. Wir haben in der Schwangerschaftsberatung auch immer wieder Ehrenamtliche, die dann Familie, also es sind dann halt eher so. Ältere Frauen, Familienpaten praktisch, die so ein bisschen so, ich bin keine eigene Großoma oder meine Enkel sind so weit weg, dass die dann zum Beispiel Beispiel dahin gehen. Wir haben Ehrenamtliche und wenn es nur die Dame ist, die regelmäßig beim Repair-Café Kuchen backt, die ist total wichtig. Wenn die nicht da ist, haben wir hier Krieg so ungefähr mit unseren Ehrenamtlichen. Also das geht gar nicht so. Bewegung, ja, aber dann gibt es erstmal eine Grundsatzdiskussion.

Michael Kebekus: Im Digitalkompass, da haben wir die Ehrenamtlichen, die versuchen dann den Senioren, die dann vorbeikommen, beizubringen, wie man mit dem Smartphone umgeht. Das sind also eher jüngere Leute, die dann sagen, oh Mensch, ich möchte der älteren Generation was mitgeben. Dann gibt es wieder die Älteren, die im Repair-Café sind, die dann sagen, okay, ich kenne mich schon seit 50 Jahren mit Kaffeemaschinen beruflich aus. Ich repariere dem Studenten auch mal eben seine Kaffeemaschine. Das ist überhaupt kein Problem. Also da gibt es dieses generationenübergreifende und da haben wir ganz, ganz viele unterschiedliche Ehrenamtliche in allen möglichen Arbeitsbereichen, weil davon lebt ja auch unsere... Und unser System an sich, wir können ja nicht einfach sagen, das machen wir alles hauptamtlich, sondern da bringen Ehrenamtliche auch ihr Engagement mit rein, da bringen die ihr Know-how mit rein, ihre Zeit mit rein und das merkt man auch und davon lebt das auch. Das hat diese Seele da.

Susanne Smolén: Ja, und ich glaube auch, wir haben auch einige Ehrenamtliche, die gerade nur ein-, zweimal im Jahr zur Weihnachtsfeier, zur Adventsfeier ganz gezielt, wo man weiß, ach ja, die Torte backe ich oder ja, da bin ich drei Stunden am Grill, stehe ich beim Nachbarschaftsfest, kein Problem. Aber die sagen, ich will mich gar nicht verpflichten, ich habe selber noch... beruflich zu tun oder so. Aber das ist überschaubar. Und auch denen werden wir dann gerecht, wo wir nicht gerecht werden oder wo wir sagen, das gibt es nicht. Wenn es zum Beispiel bei den Familienpaten ist, dann müssen die schon bei uns ein Stück eine Ausbildung grob machen. Oder zumindest einfach mal ein bisschen, dass wir sie viel mehr gucken und dass wir sie auch mehr begleiten. Weil die gehen ja hinterher auch in die Familien rein.

Marie-Luise Tigges: Frau Smolén, ich glaube, es weiß nicht jeder, was Familienpaten sind. In Kurzform vielleicht.

Susanne Smolén: Also Familienpaten sind Ehrenamtliche, die einfach ein-, zweimal die Woche sich mit einem Kind beschäftigen, um die Mutter häufig alleinerziehend auch mal zu entlasten. Und da, wenn die natürlich in die Haushalte gehen, da sind wir natürlich nochmal ganz anders drauf geeicht, dass wir ganz anders, da müssen wir ganz anders gucken. Wenn jetzt hier jemand eine Torte backt, dann sind wir ganz, dann finden wir das super toll, aber da brauchen wir jetzt auch nicht das... Riesig erweiterte polizeiliche Führungszeugnis oder wenn die hier bei uns in den Gruppen noch mit sind, dann sind oder beim Repair-Café oder beim Digitalkompass, da ist ja in der Regel immer ein, also da ist immer einer dabei, nicht nur in der Regel, sondern es ist immer einer von uns dabei, der die Verantwortung hat.

Marie-Luise Tigges: Aber ich höre wirklich raus, es ist für jeden und jede was dabei, was auch immer die einzelnen Personen brauchen. Ob sie sich nicht so viel festlegen wollen, aber hier und da mal helfen wollen. Oder aber regelmäßige Dinge. Und ich kann mir gut vorstellen, dass das vielleicht auch für die ein oder andere Person auch eine gute Hilfestellung ist, um nicht unter Umständen irgendwo in Einsamkeit zu verfallen. Oder wie würden Sie das sehen?

Michael Kebekus: Ja klar. Also über dem ganzen Mehrgenerationenhaus steht ja immer dieser Begriff, Einsamkeit und Armut, das sind diese beiden großen Arbeitsbereiche, die wir in verschiedenen Projekten mit aufgreifen. Da kommen wir gar nicht drum rum. Es geht also wirklich immer darum, dass wir vernetzende Angebote machen, die natürlich dann auch gegen Einsamkeit wirken. Oder wir reparieren, wir tauschen. Es gibt hier immer Kaffee und Kuchen für umsonst. Das sind alles Dinge, die natürlich auch dazu führen, dass Leute, die eben wenig Geld zur Verfügung haben, trotzdem auswärts einen Kaffee oder sich ein Stück Kuchen leisten können, in Anführungszeichen. Oder wir haben eine Grillaktion. Das ist dann natürlich für umsonst. Ja, das ist also ganz wichtig. Wir haben Frühstücksangebote, wir haben Stadtteilcafé, alle möglichen Dinge, wo wir dann sagen, das richtet sich insbesondere an Menschen, die sich das sonst auch einfach nicht leisten können. Oder beim Familienfest, da geben wir Waffeln aus für 50 Cent. Damit eine alleinerziehende Mama mit drei Kindern auch ohne Probleme sagen kann, jedes Kind kriegt eine eigene Waffel. Nicht, wir kaufen uns für 2,50 Euro eine Waffel und wir teilen uns die oder so. Das muss ja nicht sein.

Marie-Luise Tigges: Also das ist kein Hindernis, um hier hinzukommen. Und das ist ja was ganz Wunderbares, dass man wirklich sagen kann, Für kleines Geld oder für gar kein Geld kann man hier einfach auch an den Aktionen, an den Aktivitäten teilnehmen. Und ich glaube, das ist was ganz Besonderes auch, oder?

Susanne Smolén: Wir freuen uns natürlich auch immer wieder über Spenden. Es ist klar, das gehört da auch zu, damit wir es auch gegenfinanzieren. Wobei es aktuell, ich glaube, das wird nicht mehr so lange gehen, aber es gibt durchaus immer wieder so Kleinstiftungen. Also Freiwilligenagentur der Stadt Dortmund, die für unser Fest dann auch spendet, wo wir dann einfach von Schankgenehmigung bis, weiß ich nicht, was wir alles für Genehmigungen brauchen oder einfach auch, die dann das gut bezuschussen. Das sind dann mal 300, 400 Euro. Da kann man aber bei den Preisen schon viel machen, weil unsere Hauptamtlichen und unsere Ehrenamtlichen natürlich, die sind ja da. So, dann, da kriegen wir Sachspenden, kriegen wir dann diesbezüglich schon. Oder es gibt auch ganz viele, die wissen, ach, es ist Nikolausfeier, Adventsfeier. Die kommen dann immer schon zwei, drei Wochen vorher und bringen immer da Pfündchen Kaffee vorbei. So, weil Kaffee braucht man immer, ne, so. Und das ist eigentlich toll, dass die Leute merken, so, ich kann auch mit ganz wenig, kann ich trotzdem auch was wieder zurückgeben. Und sei es ein Pfund Kaffee oder sei es Sockenstricken gegen soziale Kälte, unser Projekt, wo wir einfach dann stricken, wo ganz viele dann ihre Wollreste raussuchen und die älteren Damen oder auch Herren stricken. Also das ist schon toll.

Marie-Luise Tigges: Also ich merke, je länger wir reden, umso mehr kommt immer noch. an Stichworten ja einfach noch einfach und ich glaube, dass hier eine Menge Gutes einfach passiert. Und ich habe gerade so gedacht, Mensch, unser eins geht es ja eigentlich oft ganz gut. Und dann haben wir den einen oder anderen runden Geburtstag und manchmal wissen wir gar nicht so ganz genau, was wir uns eigentlich so wünschen sollten. Da denke ich mir manchmal, vielleicht ist ja auch mal so eine Spende an so ein Haus, wo man wirklich vielen anderen mithilft, durchaus auch eine Variante. Naja, vielleicht kann sich der ein oder andere davon ja angesprochen fühlen.

Susanne Smolén: Und man kann auch gerne dann die Spenden persönlich übergeben und mal zu einer Gruppe reinkommen und einfach mal gucken. Also das ist uns immer wichtig. Hier bei den Gruppen gibt es keinen Zugangsausschluss. Das heißt, das ist uns auch ganz wichtig, dass wir jetzt nicht Leute bekommen, die sich das alles lockerflockig richtig gut leisten könnten und sagen, ach, nur weil es hier umsonst ist, wenn ich jetzt bei der Krankenkasse einen Sportkurs mache, dann muss ich den zahlen. Oder das Fitnessstudio ist teurer. Das möchten wir eigentlich nicht, sondern wir möchten eigentlich wirklich das als Ort der Begegnung verstanden wissen. Und dann kann es auch sein, dass beim Seniorenfrühstück die psychisch Kranke oder der psychisch Kranke neben der gut situierten, aber einsamen älteren Dame sitzt. Und dann sind wir dafür da, die dann direkt vor Ort sind, als Hauptamtliche zu gucken, dass das nicht eskaliert. Funktioniert aber auch. Wenn es einmal klar und deutlich gesagt wird, ich glaube, man muss mal zwischendurch ein paar deutliche Worte müssen wir auch sagen. Das ist aber wie... Überall. Und dann funktioniert das wunderbar. Das ist klasse.

Marie-Luise Tigges: Also sie bieten schon den Rahmen hier für Begegnung. So kann man es ja tatsächlich so sagen. Denn wenn aus dem Ganzen, was ich sehe, so höre und ich komme eigentlich nochmal zum Anfang unseres Gesprächs. B3. Und mir wird jetzt sehr, sehr deutlich, was B3 ganz klar inhaltlich bedeutet. Begegnung, Betreuung, Beratung. Sie haben ja hier wirklich alles in einer Hand. Und ich kann nur sagen, ich bin ziemlich begeistert von dem hier. Ich habe eine Menge gelernt. Und ich hoffe, dass vielleicht der eine oder die andere Hörerin da auch eine Menge von gelernt hat. Und wer da Interesse hat, kann sich sicherlich an Sie wenden und Ihnen auch nochmal hier und da unter die Arme greifen, wo es möglich ist. Oder aber auch Fragen stellen oder was auch immer. Auch da gilt ja in Kommunikation sein. Miteinander reden und ich glaube, dümmer wird keiner davon, ganz im Gegenteil. Ich merke einfach, das ist was sehr Gewinnbringendes für sehr viele Menschen und von daher danke ich Ihnen ganz herzlich für das, was Sie tun und für das, was Sie mir auch heute hier berichtet haben. Dankeschön.

Susanne Smolén: Schön, dass wir es machen durften. Sehr gerne. Danke.

Sprecher 1: Vorstand im Ehrenamt, aber sicher. Ein Podcast von SKF und SKM im Erzbistum Paderborn.